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Ein Teufelskreis aus Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck und Insulinresistenz verringert bereits jetzt die durchschnittliche Lebenserwartung der Weltbevölkerung um mehr Jahre als das Rauchen.
Wie ist das Metabolische Syndrom definiert?
- Messung des Bauchumfangs bei Männern größer als 102 cm, bei Frauen größer als 88 cm
- Zusätzlich zwei weitere Störungen: Erhöhung der Blutfette (Triglyzeride) > 150 mg% und/oder HDL-Verminderung unter 40/50 mg% („gutes Cholesterin“) und/oder Blutdruck über 130/85 und/oder Nüchtern-Blutzucker über 100 mg%.
Davon sind bereits jetzt fast ein Viertel aller Deutschen betroffen! Tendenz steigend, so dass mit einer Zunahme des Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) weltweit um 50% bis 2030 und einer Zunahme der gestörten Zuckertoleranz um 37% gerechnet wird (IDF Diabetes Atlas, 4th ed., 2009).
Die Bauchumfangsmessung stellt die wichtigste Diagnostikmethode dar. Jeder übergewichtige Mensch sollte sich zusätzlich nach den o.e. Stoffwechselwerten und Blutdruck untersuchen lassen. Die Bestimmung des BMI = Body Mass Index ist nicht mehr aktuell.
Wie kommt es zur „gestörten Glukosetoleranz“?
Bewegungsmangel, gesteigerte Nahrungszufuhr und genetische Faktoren führen zur androiden Fettsucht („Apfeltyp“)
Die Glukose-Aufnahme in die Zellen wird beeinträchtigt und diese sprechen auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin vermindert an. Der Blutzuckerspiegel erhöht sich! Die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse steigt, in der Leber wird vermehrt Fett produziert und der Blutfettspiegel erhöht sich. Schließlich erschöpft die Bauchspeicheldrüse – und der Diabetes mellitus wird diagnostiziert. Dazu kommen erhöhter Blutdruck sowie eine Blutgerinnungsstörung, die Thrombosen begünstigt.
Wie können wir intervenieren?
15% der Kinder übergewichtig: 6 % adipös, > 8% der Jugendlichen extrem adipös.
85% werden adipöse Erwachsene
20% täglich Schokolade oder Süßigkeiten
25% trinken mehrmals täglich Softdrinks
Nur 13% der Deutschen sind moderat aktiv = 4 x 30 Minutenpro Woche.
50% treiben keinerlei Sport.
Ø Kalorienreduktion: Ernährungsumstellung, Fettreduktion zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren, komplexe Kohlehydrate, kein Fastfood. Gesundheitserziehung in Kindergarten und Schule. Werbung für ungesunde Genussmittel einschränken/verhindern.
Ø Kalorienverbrauch erhöhen: Sport, Sport, Sport! Jede Möglichkeit zur Bewegung ausschöpfen: Treppen steigen, zu Fuß gehen, Bonus-Programme der Krankenkassen sollten nur Bewegung fördern. Öffentliche Vorgaben.
Ø Verhaltensänderung: Schule, Hausaufgabenbetreuung mit Sport kombinieren. Spielerisches Umgehen mit Bewegung. Verhaltenstraining. Jedem Kind seinen Wunschsport. Bildung und Information!
Ø Appetitzügler: nur ein einziger noch am Markt. Im Grunde keine Lösung.
Ø Chirurgische Maßnahmen: bei extremsten Übergewicht. Keine Kassenleistung. Übergewicht ist auch selbst-finanziert!
Erfolge:
10 kg Gewichtsabnahme führen zu
Ø Sterblichkeit um 25-35% gesenkt
Ø Koronare Herzkrankheit bis 39% gesenkt
Ø 30-40% Abnahme diabetesbedingter Todesfälle
Ø Blutdruck um 6/4 mmHg gesenkt
Ø Cholesterin 10% gesenkt
Ø LDL 15% gesenkt
Ø > 50 % geringeres Diabetes-Risiko
Ø 15% Senkung HBA1C („Zuckergedächtnis“, „Langzeitzucker“)
Diabetesvorsorge
Experten haben fünf Ziele formuliert, die einen Diabetes Typ 2 bei Menschen mit erhöhtem Risiko verzögern oder ganz verhindern können:
Ziel 1: Verringern Sie Ihr Körpergewicht um fünf bis sieben Prozent – so senken Sie Ihr Risiko um die Hälfte.
Ziel 2: Bewegen Sie sich an mindestens fünf Tagen in der Woche jeweils 30 Minuten, so dass Sie dabei etwas ins Schwitzen kommen. Auch ein zügiger Spaziergang zählt.
Ziel 3: Der Anteil des Fettes in der Nahrung sollte höchstens 30% betragen – das sind durchschnittlich rund 55 bis 70 Gramm.
Ziel 4: Davon sollten höchstens 10% gesättigte Fettsäuren sein, wie sie bspw. in Butter, Wurst, und Kuchen enthalten sind.
Ziel 5: Nehmen Sie täglich 30 Gramm Ballaststoffe zu sich, etwa in Vollkornbrot und faserreichem Gemüse.
Ziel 6: Rauchstopp
Das DAK-Foto zeigt eine Bratwurst essende junge Frau. Eine Bratwurst besteht zu einem Drittel aus Fett. Das sind bei 200 Gramm 600 Kalorien.
Von: Dr. Stephan Hülsmann
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