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Möchten Sie etwas für Ihre Gesundheit tun? Der Internist und Sportmediziner Dr. Stephan Fritz gibt Einsteigern Tipps. Die wichtigsten Bausteine der Prävention: Gesunde Ernährung und Bewegung.
Prävention im medizinischen Sinn ist die Verhütung von Gesundheitsstörungen. Dies kann, ja muss, jeder einzelne tun, wie auch der Arzt für die Erhaltung der Gesundheit seiner Patienten zu sorgen hat. Also schrubben wir fleißig (mindestens) zwei Mal am Tag die Zähne, lassen regelmäßig unseren Impfschutz vom Hausarzt prüfen und gegebenenfalls kalte Nadeln in irgendwelche Körperteile stechen.
Da der Jahreswechsel ja auch bald wieder ansteht: sowieso ein guter Grund (?), mit dem Rauchen aufzuhören; nur aufgepasst, dass nicht rasant fünf Kilogramm Gewicht dazukommen, wo bisher blauer Dunst beruhigte.
Der vernünftige Umgang mit der eigenen Gesundheit ist kein Selbstzweck. Er dient auch der Solidargemeinschaft Krankenversicherter. Steigende Kosten bei rückläufigen Einzahlern im Gesundheits-, richtiger Krankheitswesen, sind letztendlich nur durch Rationierung der Leistungen und/oder Qualitätseinbußen zu verkraften. In Deutschland ließen sich 24 bis 30 Prozent der Gesundheitskosten langfristig durch Prävention vermeiden. Jeder sollte seinen Teil dazu beitragen, in Eigenverantwortung.
Nehmen wir an, Sie sind noch nicht krank. Was sollten Sie tun? Es ist zwar nie zu spät, aber bedenken Sie: Um im 50. Lebensjahr fit zu sein, müssen sie mit 40 schon fleißig sein! Sollten Radikalenfänger wie Lycopene in Tomaten (Tipp: Tomatenmark) und Grüner Tee (mehr als eine Tasse am Tag!) Krebsentstehung vermindern, darf man natürlich nicht erst im letzten Drittel seines Lebens damit anfangen. Bei Frauen geht es sogar so weit, dass Sport nur dann die Brustkrebsrate senkt, wenn sie schlank sind (wenig Fett = wenig Östrogen).
Ernährungstipps und Diäten sind so vielfältig und immer wieder tagesaktuell neu, dass man kaum den Platz findet, um allen guten Ratschlägen gerecht zu werden. Nur so viel: Warum Vitamine in Tablettenform, wenn frisches Obst und Gemüse dies besser können? Warum nicht Fast Food und Bratwürste nur zwei Mal im Monat, um hohe Blutfettwerte zu senken?
Warum nicht Treppensteigen anstatt mit der Rolltreppe und dem Aufzug zu fahren! Bewegung stärkt Herz und Kreislauf, schüttet Glückshormone aus und beugt einer Demenz vor. Zeigen Sie mir die Pille, die das alles in sich vereint!
Abnehmen ist letztendlich ein Rechenexempel: Die Kalorienzufuhr muss niedriger als der Verbrauch sein – egal ob Sie auf Trennkost, Atkins, South Beach, Montignac oder LOGI schwören. Wie viele Kilokalorien oder -joule Sie bei welcher Sportart verbrennen, sollte ungefähr bekannt sein, ist ja auch abhängig von Alter, Geschlecht und Körpergewicht. Das Internet kann helfen, z.B. unter www.fitrechner.de.
Ausreichende Bewegung gehört also zum Leben, aber macht das als Einzelkämpfer Spaß? Am besten fragen Sie Bekannte, Nachbarn oder Mitarbeiter aus dem Betrieb, ob diese nicht mit Ihnen zusammen etwas angehen wollen; oder Sie fragen nach deren Erfahrungen (positiven wie negativen) in Sportvereinen, Fitnessclubs, Volkshochschulkursen.
Da bekommt man schon mal ein Stimmungsbild und kann sich besser orientieren. Suchen Sie nach Alternativen. Wenn Joggen nicht Ihr Ding ist, denken Sie über Schwimmen, Laufband, Nordic Walking, Badminton, Kegeln, etc. nach und probieren Sie das eine oder andere aus.
Wem es auf dem normalen Fahrrad schwindelig wird, der stellt sich sein Standfahrrad vor den Fernseher und radelt während „Wer wird Millionär?“. Bewegung und Bildung gleichzeitig, eine kaum zu schlagende Kombination: Das Gehirn mit zwei Prozent Körpermasse beansprucht unschlagbare 20 Prozent der Energiezufuhr.
Sind Sie schon krank, dann heißt es Rat einholen. Und dies beim Arzt ihres Vertrauens. Er sollte Empfehlungen aussprechen, wie Bewegung und richtige Ernährung helfen können, Heilungsprozesse zu beschleunigen, chronische Krankheiten in ihrem Ausmaß zu begrenzen oder auch die Entstehung weiterer Risiken abzuwenden.
Packen Sie es an, seien Sie aktiv, ohne sich dabei zu verausgaben. Und bedenken Sie: Nach Aussage des Lexikons der Fitnessirrtümer ist in Sachen Lebenserwartung das Alter der Vorfahren entscheidend. Hoffentlich waren Sie vorsichtig bei der Auswahl ihrer Eltern!
Der Qualitätszirkel Sportmedizin und Prävention des Regensburger Ärztenetzes, den der Internist und Sportmediziner Dr. Stephan Fritz leitet, wurde 2004 ins Leben gerufen. Fachübergreifend arbeiten Allgemeinärzte wie auch Internisten, Orthopäden und Chirurgen zusammen. Bei der Diskussion von Präventionsmaßnahmen gilt es, den Bogen zu spannen von der Verhütung von Sportunfällen bis zur Sekundärprophylaxe von Herzinfarkten.
Auch ist es für Patienten bisher schwierig zu erfahren, welcher Arzt denn im Raum Regensburg welche Maßnahme, sei es zum Beispiel Raucherentwöhnung, sei es Bewegungstraining, unter ärztlicher Aufsicht anbietet. Vielleicht können hier im Qualitätszirkel noch Daten gesammelt und im Internet verfügbar gemacht werden.
Im Hinblick auf die Sportmedizin kamen bisher typische Verletzungsarten wie z.B. der Tennisellenbogen von Ursache bis Therapie zur Aussprache, weil es doch jeder Arzt ein bisschen anders angeht.
Neben der Untersuchung des Jugendlichen, ob er für den Breitensport im Verein geeignet ist, bis zur Beratung des älteren Kranken, der eine sportliche Betätigung für sich sucht, sind Haus- wie Facharzt, Allgemeinarzt wie Chirurg und Orthopäde gefordert. Hier sollten im Regensburger Ärztenetz gleiche Ansätze etabliert werden.
Von: Dr. Stephan Fritz, Internist und Sportmedizine
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