Was kann erholsamen Schlaf stören? 13 Tipps für die Nachtruhe

Ein Mensch verbringt etwa ein Drittel seines Lebens im Schlaf, wobei ein Säugling wesentlich länger schläft als ein Erwachsener. Solange wir morgens erholt aufwachen, machen wir uns über diese Stunden keine weiteren Gedanken. Das ändert sich, wenn der Schlaf gestört war und wir keine Erholung gefunden haben. Eine Nacht mit schlechtem Schlaf kann man noch relativ leicht verkraften; wenn Störungen sich häufen oder jede Nacht zur Qual wird, wird der Leidensdruck aber so groß, das effektive Hilfe wichtig ist.

 

Bei längeren und schweren Schlafstörungen ist ärztliche Beratung sicherlich notwendig, zumal die Ursachen von harmlosen Fehlern bei der „Schlafhygiene“ bis hin zu schweren Krankheitsbildern wie dem Schlafapnoe-Syndrom, Depressionen oder Herz- und Lungenerkrankungen reichen können. Schlafstörungen sind dabei nicht selten. So beschreibt die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin, dass Untersuchungen in allgemeinmedizinischen Praxen eine Häufigkeit von 20-26% von Patienten mit Müdigkeit und Schlafstörungen ergeben haben.

Um gut schlafen zu können, gibt es einige hilfreiche Empfehlungen, die jeder selbst umsetzen kann (Service-Kasten). Individuelle Beratung brauchen Patienten, die beispielsweise wegen Fernreisen (Jet-lag) oder Schichtarbeit Schlafstörungen haben.

 

Ausgeprägtes Schnarchen etwa stört nachts den Partner und führt beim Betroffenen am Tag zu massiver Müdigkeit, Herz- und Kreislauferkrankungen, wenn das Schlafapnoe Syndrom vorliegt. Andere Menschen leiden gerade nachts unter dem Gefühl unruhiger Beine (Restless-legs-Syndrom). In beiden Fällen kann im hausärztlichen Gespräch die Verdachtsdiagnose gestellt und durch weiterführende fachärztliche Untersuchungen bestätigt werden. Die Therapie reicht von Medikamentengabe (Restless-legs-Syndrom) bis hin zur maschinellen Unterstützung des Atemflusses (CPAP-Gerät bei Schlafapnoe).

 

Manche Patienten leiden an fortgeschrittenen Erkrankungen der inneren Organe, die ebenfalls mit Schlafstörungen einhergehen können. Herzschwäche, chronische Bronchitis, Asthma und auch nächtliches Sodbrennen müssen ursächlich behandelt werden. Eine „beruhigende“ Therapie z. B. mit Schlafmitteln könnte hier sogar gefährlich sein.

 

In anderen Fällen kann die kurzfristige Einnahme moderner Schlafmittel wie Zolpidem oder Zopiclon angezeigt sein, beispielsweise bei vorübergehenden psychischen Belastungen. Eine häufige oder regelmäßige Einnahme solcher Medikamente sollte vermieden werden, damit Gewöhnung und Abhängigkeit nicht nachfolgen. Längerfristige Schlafstörungen, die etwa bei Depressionen (Aufwachen am frühen Morgen) oder Demenz (nächtliche Unruhe und Verwirrung) auftreten können, verlangen wiederum eine umfassende Behandlung.

 

 

Tipps zur Schlafhygiene:

- Einhalten eines regelmäßigen Tag-/Nachtrhythmus

- Regelmäßige Schlafzeiten

- Verzicht auf Mittagsschlaf

- Schlaf nicht länger als nötig, um ausgeruht zu sein.

- Kein Radio/TV im Schlafzimmer

- Kein Kaffee oder Nikotin vor dem Einschlafen

- Alkohol nur in geringen Mengen

- Evtl. entspannendes Bad vor dem Schlafengehen

- Evtl. Entspannungstherapie wie progressive Muskelrelaxation

- Eher kühles, gut gelüftetes und abgedunkeltes Schlafzimmer

- Körperliches Training, aber nicht kurz vor dem Schlafengehen

- Entspannende Abendgestaltung

- Überprüfung von allgemeinen Maßnahmen und Medikamenten zur Behandlung anderer Erkrankungen

(Foto: Koller)

 

 

Die Schlafambulanz am Bezirksklinikum Regensburg hilft bei besonders hartnäckiger Schlaflosigkeit

Schlaflabor

Die Untersuchung im Schlaflabor erfolgt im Rahmen

eines vollstationären Aufenthalts, der in der Regel

3 – 4 Tage (2 – 3 Nächte) dauert. Im Schlaflabor

erfolgt, aufbauend auf der schlafmedizinischen

Erstuntersuchung und der Vordiagnostik, eine

weiterführende stationäre Diagnostik und, wenn

erforderlich, eine Therapieeinleitung. Zur Abklärung

der verschiedenen Schlafstörungen wird dort eine

Polysomnographie

Aufzeichnung verschiedener Körperfunktionen

über die ganze Nacht, wie die Hirnströme,

Augenbewegungen, Atmung, Muskelspannung oder

Sauerstoffsättigung während des Schlafes.

durchgeführt. Dies ist eine vollständige

Die nächtliche Polysomnographie erlaubt:

■ Schlafstadienanalyse

■ Beurteilung der Atmung im Schlaf

Abhängig vom Ergebnis der Untersuchung kann

häufig schon während des stationären Aufenthalts

eine Therapie eingeleitet werden (z. B. nächtliche

Überdrucktherapie bei schlafbezogenen Atmungsstörungen,

medikamentöse Therapie bei Restless

Legs Syndrom). Die Nachbetreuung und Therapieoptimierung

kann auf Wunsch durch unsere Schlafambulanz

erfolgen.

Das Schlaflabor verfügt über vier Ableiteplätze.

Unser Schlafmedizinisches Zentrum ist von der

Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM)

akkreditiert und Mitglied der Bayerischen Gesellschaft

für Schlafmedizin (BayGSM).

■ Registrierung der Beinaktivität

www.dgsm.de

www.baygsm.de

Kontakt

Terminvereinbarungen für die Schlafambulanz und

das Schlaflabor unter der Telefonnummer

0941 / 941 2843

(Montag – Donnerstag 8:30 – 12:00)

Wir bitten um Überweisung durch den Hausarzt

oder einen Facharzt.

Adresse

Schlafmedizinisches Zentrum

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik

und Psychotherapie der Universität Regensburg

am Bezirksklinikum Regensburg

Leitung: Prof. Dr. Jürgen Zulley

Prof. Dr. med. Göran Hajak

Dr. med. Peter Geisler

Universitätsstr. 84

93053 Regensburg

Telefon: 0941 / 941 2843

Fax: 0941 / 941 2845

E-Mail: Schlaflabor@medbo.de

Mehr Information über unser Schlafmedizinisches

Zentrum:

www.schlaf-medizin.de

Von: Dr. Robert Weber









« zurück


© conceptnet