Wenn im Blickfeld graue Flecken auftauchen

Menschen mit Makula-Degeneration sehen in der Mitte ihres Blickfeldes nur einen grauen Fleck. Vor der häufigen Krankheit schützen Vorsorge und ausgewogenes Essen.

 

Jeder Vierte über 65 in Deutschland hat eine Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD). Die Krankheit kann das zentrale, scharfe Sehen zerstören, das notwendig ist beim Lesen, Autofahren, Feststellen der Uhrzeit und Erkennen von Gesichtern.

 

Weil Betroffene sehr leiden und die Makula-Degeneration durch Vorsorge frühzeitig erkannt werden kann, klärt der Regensburger Augenarzt Dr. Roland Keller in Vorträgen darüber auf. „Viele Leute kommen in meine Praxis und sind verzweifelt, weil sie nicht mehr lesen können“, beschreibt er seine Erfahrungen mit der Makula-Degeneration. Der Verlust der Lesefähigkeit stelle eine enorme Einbuße der Lebensqualität dar.

 

Weil die Menschen immer älter werden, hat sich die AMD zur Volkskrankheit entwickelt. Betroffene sehen verzerrte Bilder und in der Mitte zunächst einen schwachen Fleck. Weitere Anzeichen sind Schwierigkeiten beim Lesen, blassere Farben, Wellen statt Linien. Später verdunkelt sich der Klecks im Gesichtsfeld und breitet sich aus.

 

Dr. Keller vom Regensburger Ärztenetz legt älteren Menschen die Vorsorge ans Herz: „Im Grunde sollte jeder über 60 Jahren den Augenhintergrund bei geweiteter Pupille untersuchen lassen.“ Liegen Risikofaktoren wie Vitaminmangel, starkes Rauchen, AMD bei den Eltern oder Arbeit im grellen Sonnenlicht vor, sei die Untersuchung auch für 50-Jährige sinnvoll. Außerdem bekommen mehr Frauen und eher blauäugige, hellhäutige und daher lichtempfindliche Menschen die Krankheit.

Neben der Vorsorge schützen eine ausgewogene Ernährung mit Früchten und Gemüse (Vitamin A, C, E, Lutein, Zink und Kupfer), Bewegung und bei starker UV-Strahlung die Sonnenbrille.

 

Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds sieht der Arzt, ob eine Trockene Makula-Degeneration vorliegt oder Verdacht auf die wesentlich riskantere feuchte Form der Erkrankung besteht. Er veranlasst eine weiterführende Diagnostik an der Uni oder in einer anderen Augenklinik. „Wichtig ist, die Feuchte AMD zu rechtzeitig zu erkennen, denn sie kann innerhalb von Wochen zur Erblindung führen“, betont Augenarzt Dr. Keller.

Eine Spritze ins Auge mit einem Medikament hält die Feuchte AMD auf und kann sogar die Sehfähigeit wieder leicht verbessern. Freilich räumt der Augenarzt ein: „Man darf keine Wunder erwarten.“ Kein Heilmittel gibt es für die Trockene AMD, doch eine Diät mit Nährstoffen und Vitaminen verlangsamt sie.

 

 

 

 

 

Die Makula-Degeneration:

-Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD): Eine Erkrankung des Auges, bei der es ab dem 50. Lebensjahr zu einer Schädigung der Stelle des schärfsten Sehens kommen kann. Es gibt die Trockene und die Feuchte AMD.

-Trockene Form: Hier bilden sich mit zunehmendem Alter Ablagerungen in einer der Netzhautschichten. Schleichend vermehren und vergrößern sich diese. Die darüber liegenden Netzhautschichten werden dadurch schlechter ernährt und können zu Grunde gehen. Je näher die Ablagerungen an der Stelle des schärfsten Sehens liegen, um so stärker verschlechtert sich das Sehvermögen.

- Feuchte AMD: Diese verläuft wesentlich schneller und aggressiver. Hier bilden sich unter den Ablagerungen neue Blutgefäße, deren Wand viel dünner ist. Dadurch platzen sie leicht und es kommt zu einer Blutung in der Netzhaut.

 

 

Bilder: 1. Patientin Resi Kastl lässt sich regelmäßig den Augenhintergrund untersuchen.

2. Dr. Roland Keller

Von: Marion Koller









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