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Die Wechseljahre - ein natürlicher Prozess?

Sind Phytohormone eine Alternative zur Hormonersatztherapie? Eröffnen sie neue Perspektiven zur Therapie der typischen Beschwerden während des Klimakteriums?

Die beruflichen Ziele sind erreicht, die Kinder weitgehend selbstständig und außer Haus. Neue Horizonte tun sich auf. Viele Frauen orientieren sich neu und werden richtig aktiv. Sie möchten sich entfalten, lang gehegte Träume realisieren und endlich einmal etwas für sich tun. In dieser Zeit des Umbruchs sind sog. „Wechseljahrsbeschwerden“ nicht willkommen.

Welche Frau mit 50 möchte nochmals schwanger werden? Die meisten sind froh, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist und eine Empfängnisverhütung nicht mehr erforderlich ist. Dennoch fühlen sich viele jetzt weniger anziehend und dadurch oft lustlos und frustriert. Dabei bedeutet das Ende der Fruchtbarkeit keineswegs das Ende von Lust und Leidenschaft und Attraktivität. Die Sexualität und Partnerschaft gewinnt neue Qualitäten, unbelastet von ungewollter Schwangerschaft und Empfängnisverhütung.

Wie eine Frau ihren Wechsel erlebt ist oftmals eine Frage der inneren Einstellung, der eigenen Erziehung und des Vorbildes durch die Mutter. Frauen, die diese Lebensphase positiv sehen werden vitaler sein als in früheren Jahren. Durch die gestiegene Lebenserwartung hat eine Frau um die 50 heute noch 30 Lebensjahre „vor“ sich, sie steht mitten im Leben, sie hat ihre Erfahrungen, gute und weniger gute, gesammelt, sieht gewisse Dinge weit gelassener, ist selbstbewusst und will ihr Leben aktiv gestalten.

Symptome der Wechseljahrsbeschwerden:

Die Regelblutungen werden unregelmäßiger und sistieren schließlich zwischen dem 50. und 52. Lebensjahr. Es können Schlafstörungen, Hitzewallungen und Schweißausbrüche auftreten. Die Belastbarkeit sinkt, die Erholungsphasen werden länger. Die Wechseljahre sind ein natürlicher Prozess, bei dem sich die biologischen Abläufe im Körper ändern: die Eierstöcke produzieren weniger Östrogene, der Hormonspiegel sinkt auf ca. 1/10 des Ausgangswertes, es besteht eine Hormon-Mangelsituation.
Obwohl die Umbauprozesse ein natürlicher Vorgang sind, kann diese Umstellung doch zum Teil zu erheblichen Beschwerden führen, dem „Klimakterischen Syndrom“.
In unseren Breiten haben ca. 80% der Frauen Beschwerden, wie z.B, Hitzewallungen, Nervosität, Schlafstörungen, Gelenk-Muskel-Schmerzen, Depressionen, Müdigkeit, Sexualstörungen, trockene Scheide, urologische Symptome, um nur die häufigsten zu nennen.

Diesen Hormonmangel muss man nicht immer gleich durch die Gabe von Östrogenen ausgleichen (Hormon-Ersatztherapie). Frauen wünschen heute öfters eine sanfte und natürliche Therapie . Hier stehen uns heute die sog. Phyto-Östrogene zur Verfügung. Soja, Rotklee und Traubensilberkerze erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die „pflanzlichen Östrogene“ können die Beschwerden auf natürliche Weise lindern.

Untersuchungen zeigen, dass bei Asiatinnen und Vegetarierinnen die Wechseljahrsbeschwerden sowie die Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen, Brustkrebs und Osteoporose deutlich geringer sind als bei den Europäerinnen und Amerikanerinnen. Dies führt die Wissenschaft auf die typisch asiatische Ernährungsweise mit wenig Fett und mehr Gemüse zurück, insbesondere aber auf den Verzehr von reichlich Sojaprodukten. Sojabohnen haben mit Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Getreide und Leinsamen gemeinsam: Sie enthalten große Mengen an pflanzlichen Hormonen wie Isoflavone und Lignane.

Die Phyto-Hormone entfalten im menschlichen Körper ähnliche Eigenschaften wie die körpereigenen Hormone, sie besitzen auch chemisch eine ähnliche Struktur. Der bei den asiatischen Frauen auftretende, schützende Effekt wird insbesondere auf das im Soja enthaltene Isoflavon zurückgeführt.

Die Phyto-Hormone haben nicht nur direkte Wirkung auf die akuten Wechseljahrsbeschwerden, sondern zeigen auch einen langfristigen Effekt, denn
-sie senken das Osteoporose-Risiko (Japanerinnen haben ein äußerst geringes Osteoporoserisiko und wenig Schenkelhalsbrüche),
-sie binden freie Radikale,
-sie senken die Blutfette, insbesondere die HDL/LDL- Korrelation,
-sie unterstützen die Gehirnfunktion, sie senken das Mamma-Karzinom-Risiko.

Zur Beseitigung der Wechselbeschwerden auf natürliche Weise und als echte Alternative zur hormonellen Ersatztherapie sind Phytoöstrogene hervorragend geeignet, die Lebensqualität in dieser Lebensphase zu verbessern.

Von: Dr. Angelika Mögele







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