|
Junge Frauen von heute sind viel unterwegs und sehr flexibel, da kann es schon mal vorkommen, dass sie die Pillenpackung zuhause vergessen. Andere haben keine Lust, jeden Tag pünktlich an eine Tablette zu denken.
Was habe ich denn für Möglichkeiten, wenn ich noch keine Kinder geboren habe oder einfach keine so langfristige Verhütung wünsche, wie zum Beispiel eine Hormonspirale?
Seit einiger Zeit gibt es einen Ring, der nur einmal monatlich gewechselt werden muss. Dies kann jede Frau selbst vornehmen. Der Ring wird einfach wie ein Tampon eingelegt und bleibt dann drei Wochen an „Ort und Stelle“.
Dies ist so komfortabel, das wiederum die Gefahr besteht, den Ring nicht rechtzeitig zu entfernen und den nächsten einzulegen, gäbe es nicht einen einfach zu handhabenden Pieper. Über das Internet ist dieser kostenfrei zu bestellen. Der Pieper erinnert diskret an den Wechsel des Rings. Bisher vertreibt nur die Firma Organon einen solchen Verhütungsring namens Nuvaring®.
Für Frauen, die eine Abneigung gegen Tampons verspüren oder noch keine Tampons anwenden können, gibt es ein Verhütungspflaster namens Evra®. Das Pflaster wird einmal wöchentlich gewechselt, alle drei Wochen ist eine Woche „Klebepause“, entsprechend der Anwendung der Antibabypille. Vor allem ganz junge Mädchen bevorzugen diese Pflaster im Gegensatz zur Pille.
Ein weiterer Vorteil dieser modernen Verhütungsmittel ist die um ein Drittel geringere Hormondosis als bei der am niedrigsten dosierten Pille. Auch für chronisch magen- und darmkranke Menschen (M. Crohn, Colitis ulcerosa) bieten die neuen Applikationsformen große Vorteile, weil eine gestörte Verdauung keinen Wirkungsverlust verursachen kann. Bei der herkömmlichen Pille bedeutet dies eine große Gefahr einer unerwünschten Schwangerschaft.
Allerdings sind sie genau wie die Pillen auch verordnungspflichtig und es gelten die gleichen Kontraindikationen. Das heißt, Frauen über 35 Jahre und Raucherinnen sollten diese Verhütungsmittel möglichst nicht einsetzen. Höchste Vorsicht ist geboten bei Adipositas, Diabetes mellitus, einer erhöhten Thromboseneigung.
Von: Dr. Andrea Kurkowski
   
|