Brustkrebsvorsorge durch regelmäßige Selbstuntersuchung

Frauen besitzen ein Gespür für ihren Körper. Über 80 Prozent der Brustkrebsknötchen werden von den Betroffenen  selbst entdeckt. Dabei untersucht sich bislang nur ein knappes Drittel der Frauen  selbst.

Viele Patientinnen verzichten bewusst darauf, um nicht verunsichert zu werden oder Angst zu bekommen. Doch jetzt gibt es Kurse, die den Frauen das nötige Wissen für die Selbstuntersuchung vermitteln. Gynäkologin Dr. Angelika Mögele hat bei  ihrem Berufsverband einen Intensivkurs „Selbstuntersuchung der Brust“ absolviert, um Teilnehmerinnen zu schulen. „Die Selbstuntersuchung ist die einfachste und eine völlig nebenwirkungsfreie Methode“, betont die Ärztin. „Wenn man die Frauen besser schult, ist das eine gute Sache.“ Bei frühzeitiger  Entdeckung ist Brustkrebs sehr gut heilbar.

Wenn sich genügend Interessentinnen finden, wird Dr. Angelika Mögele einen Kurs über das  Regensburger Ärztenetz  anbieten. Bei der Brustselbstuntersuchung lernt man zunächst  an einem Silikonmodell der Brust, in welches  Knoten eingearbeitet sind, und dann an sich selbst. Nach kurzer Zeit können die Teilnehmerinnen normale von veränderten  Strukturen unterscheiden.

Einmal im Monat sollten sich die Frauen selbst untersuchen: am 3. bis 5. Zyklustag, damit immer dieselbe hormonelle Situation vorliegt. Nach den Wechseljahren (wenn keine Menstruation mehr vorhanden ist) wird ein  fester Tag im Monat ausgewählt. Etwa 20 Minuten dauert die genaue Selbstuntersuchung nach dieser standardisierten Vorgehensweise.

Falls auf Grund der Selbstuntersuchung noch Fragen sind, kann sich die Patientin an ihre/n Gynäkologin/-en wenden. Ist eine weitere Abklärung nötig, wird entweder eine Ultraschalluntersuchung oder auch eine Mammographie durchgeführt.

Brustkrebs ist mit 50 000 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste bösartige Tumor der Frau. Größte Risikofaktoren sind übrigens Übergewicht, Bewegungsmangel und Alkoholgenuss. Eine Rolle spielt auch das familiäre Erbe.

 Dass der Lebensstil entscheidend ist, zeigt laut Dr. Angelika Mögele die Hawaii-Studie. Danach haben die Inselbewohnerinnen aufgrund ihrer vielseitigen, fleisch- und fettarmen  Ernährung (asiatischer Lebensstil) seltener Brustkrebs (13 von 100 000 Frauen) als die Amerikanerinnen. Übernehmen die Asiatinnen allerdings die amerikanischen Lebensgewohnheiten, steigt das  Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, in der ersten Generation auf 36 Neuerkrankungen  pro 100 000 Frauen und  in der zweiten Generation sogar auf 58, was der amerikanischen Häufigkeit entspricht.

Voranmeldung für den Kurs zur Brustselbstuntersuchung, dessen Termin noch nicht feststeht, ist beim Regensburger Ärztenetz unter Tel. (0941) 569 596-10 möglich.

 

Foto: Fotolia

Von: Marion Koller









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