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Wenn die Gene auf ein Krebsrisiko hinweisen

Bei einem Verdacht auf erblichen Brustkrebs können gesunde Frauen ihr Risiko in einer genetischen Beratung klären lassen.

„Wenn Brust- oder Eierstockkrebs bei engen Verwandten gehäuft, also mindestens dreimal, oder in sehr jungen Jahren auftritt, sollte man an Erblichkeit denken“, sagt Dr. Susanne Ebner, Ärztin für Frauenheilkunde und medizinische Genetik in Regensburg. Der Grund: Betroffene können von einer intensiveren Krebsvorsorge profitieren.

Jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Fünf bis zehn Prozent dieser Fälle sind erblich. Zwei bisher bekannte Gene können dabei eine Rolle spielen: BRCA1 oder BRCA2 (Brustcarcinom, erstes oder zweites Gen). „Testen lassen sollten sich in erster Linie Erkrankte“, erklärt Dr. Susanne Ebner. Dafür wird Blut abgenommen und molekulargenetisch untersucht. Laborärzte schauen nach, ob im Erbgut eine für die Erkrankung verantwortliche Veränderung vorliegt.

Wie geht es weiter, wenn bei einer Krebskranken eine Erbgutveränderung gefunden wurde? Dann können die (volljährigen) Kinder, Geschwister und die Eltern dieser Frau ihr erbliches Risiko testen lassen.

Die Genetikerin vom Regensburger Ärztenetz betont: „Nicht jede Gesunde, die die Mutation, also die Erbgutveränderung hat, erkrankt auch.“ Wer BRCA1 aufweist, hat ein Risiko von 80 Prozent, bis zum 80. Lebensjahr Brustkrebs zu bekommen, bei BRCA2 sind es 85 Prozent.

Dr. Ebner erläutert, warum ein Teil der Frauen mit der Genmutation Brustkrebs entwickelt, der andere Teil nicht: „Die Genveränderung auf Körperebene ist erworben.“ Das Erbgut besteht aus 46 Chromosomen, die man im Kern jeder Zelle findet. Die ererbte Anlage liegt auf einem der Chromosomen, das andere ist zunächst unverändert. "Wenn auch dieses sich verändert, also mutiert", kann die Zelle entarten, sagt die Ärztin.

Wie entwickelt sich die Genveränderung? Forschungen hätten ergeben, dass bestimmte Umwelteinflüsse die Krebsentstehung begünstigen, formuliert die Medizinerin vorsichtig. Falsche Ernährung, Stress, ungesunde Lebensweise können möglicherweise die Krebsentstehung begünstigen. In unserem Körper finden laufend Mutationen statt, die im Allgemeinen auch wieder durch entsprechende Gene repariert werden können.

Ein Beispiel aus der Praxis von Dr. Ebner und ihrer Kollegin Dr. Susanne Markus: Eine 60-Jährige und ihre Tochter (40), waren fast gleichzeitig an Brustkrebs erkrankt. Die Mutter wollte mit der Genuntersuchung herausfinden, ob in der Familie ein erbliches Risiko vorliegt und damit auch die anderen Töchter irgendwann betroffen sein könnten.

Die Mutation wurde gefunden, und jetzt können die gesunden Töchter untersucht werden, ob auch sie die Veränderung tragen. Wenn ja, kann sie vielleicht intensivere Vorsorge vor der Erkrankung bewahren.

Von: Marion Koller








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