Milchsäure und Kollagen gegen müde Haut

Der Mensch altert äußerlich in erster Linie im Bereich der Haut und Haare. Während das Färben des Haares als Selbstverständlichkeit angesehen wird, hat die Korrektur von Falten für viele Menschen etwas Exotisches.

Jedoch besteht eine ganze Reihe von Möglichkeiten, durch kleinste dermatologische Eingriffe der Hautalterung und Faltenbildung erfolgreich entgegen zu wirken.

Zur Vorbeugung von Elastizitätsverlust und Hautfältelung wird natürlich neben einem konsequenten Sonnenschutz eine regelmäßige Hautpflege mit Tages- und Nachtcremes empfohlen, die neben Vitamin-A-Säure, Fruchtsäuren (auch in Form von höher konzentrierten Peelings), Urolsäure, Vitamin C, Ginkgo-Extrakt, Kupfer und viele andere Substanzen enthalten.

Sollte jedoch schon eine leichte Hauterschlaffung mit „Knitterfältchen“ im Sinne einer „Altershaut“ vorliegen, besteht die Möglichkeit, durch Injektion von so genanner nativer, unvernetzter Hyaluronsäure in die oberste Hautschicht die schlaff und müde aussehende Haut zu biorevitalisieren. Dabei werden in der Regel dichte, oberflächliche Hautquaddeln gespritzt, wodurch sich das Material jedoch dann flächenhaft verteilt. Man benötigt zwei bis drei Eingangsbehandlungen (im Abstand von jeweils zwei bis drei Wochen) und sieht den Erfolg erst wenige Wochen nach der Initialbehandlung.

Bestehen tiefer greifende Hautfalten, speziell im Bereich der Nasolabialregion oder um den Mund herum sowie an den Wangen, so ist eine intensivere Korrektur durch „Aufpolstern“ der eingesunkenen Hautpartien mit einer Unterspritzung mit Kollagen, quervernetzter Hyaluronsäure oder Milchsäure gut möglich. Nach Behandlung mit Kollagen oder Hyaluronsäure kann neben den kleinen Läsionen im Sinne der Nadeleinstichstellen eine leichte, sich immer zurückbildende Überkorrektur für wenige Tage zu sehen sein. Die Milchsäure-Behandlung muss initial meist zweimal im Abstand von wenigen Wochen durchgeführt werden, um den erwünschten Erfolg zu erzielen.

Speziell geeignet ist die Injektion von Milchsäure bei „Hohlwangenbildung“ bei Menschen, die stark an Gewicht verloren haben oder durch Tumorkrankheiten bzw. HIV-Infektion beeinträchtigt sind. Im Gegensatz zur nativen, unvernetzten Hyaluronsäure darf die Milchsäure keinesfalls sehr oberflächlich in die Haut gespritzt werden (längerfristiges Durchschimmern des Materials möglich). Sie darf also nur in die tiefe Cutis oder Subcutis appliziert werden. Letztendlich regt das Material die körpereigene Kollagen-Neusynthese an.

Eine weitere Möglichkeit, die sich besonders zur Behandlung aller mimischen Falten anbietet, ist die Injektion von Botulinumtoxin in die betreffenden Gesichtsmuskeln. Dadurch wird - ganz umschrieben – speziell das Runzeln der Stirn, aber auch eine verstärkte Motalität seitlich der Augen, lahmgelegt. Man weiß, dass sich durch Hemmung der mimischen Muskulatur vorhandene Falten zurückbilden, wobei jedoch auch immer eine zusätzliche Korrektur bereits tief gehender Stirnfalten mit einer der oben genannten Füllmaterialien möglich ist.

Aber keine Angst, Botulinumtoxin, das früher als Pfeilgift eingesetzt wurde, wird vom Hautarzt in extrem hoher Verdünnung in den Muskel injiziert und führt nur zu einer ganz umschriebenen Muskellähmung, die nicht mit einer den Gesichtsausdruck beeinträchtigenden „Gesichtslähmung“ verbunden ist. Ferner wird es – wie auch alle oben genannten Füllmaterialien – nach etwa sechs bis zwölf Monaten vom Körper abgebaut.

Aus hautfachärztlicher Sicht muss besonders vor allen Substanzen zur dauerhaften Faltenkorrektur, die also vom Körper nicht mehr abgebaut werden können, gewarnt werden. Dazu gehören Präparate, die Acrylate, also Kunststoffpartikel enthalten und zeitlebens – gleich einem Fremdkörper – in der Haut bleiben. Es ist beobachtet worden, dass selbst viele Jahre nach Injektion derartiger Substanzen oft „über Nacht“ unschöne, sehr entstellende Hautknoten (so genannte Fremdkörpergranulome) auftreten können, die dann nur mit viel Mühe durch operative Eingriffe oder Medikamente wie Allopurinol beseitigt werden können.

Wenn Sie also etwas gegen Fältchen und Falten unternehmen wollen, ohne sich gleich einem Facelifting zu unterziehen, wenden Sie sich an einen entsprechend ausgebildeten Hautarzt, der Sie gerne unverbindlich berät.

Von: Dr. Christoph Karg









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