Tätowierungen können zum Problem werden

Der Trend zum Tattoo hält an: Inzwischen tragen rund zehn Millionen Deutsche den bunten Körperschmuck. Doch viele wollen ihn nach Jahren wieder loswerden und stellen fest, dass das nicht so einfach ist.

Von Hautärztin Dr. Dagmar Seifarth wollen immer wieder tätowierte Patienten wissen, ob der Stern am Knöchel oder der Ring um den Oberarm narbenfrei entfernt werden kann. Die Dermatologin, die viele Tattoo-Nebenwirkungen und Narben gesehen hat, schickt die Betroffenen an die Regensburger Uni-Hautklinik. Diese verfügt über spezielle Laser für eine optimale Entfernung.

Dr. Seifarth sagt, unter Umständen könne ein Körperbild narbenlos beseitigt werden. „Aber eine Garantie gibt es nicht.“ Es könne passieren, dass die Farben zwar weggehen, doch die Struktur nach wie vor durchschimmert.

Bei der Hautärztin fragen zuweilen Eltern nach, deren Jugendliche sich tätowieren lassen wollen. Dr. Dagmar Seifarth rät ihnen, das bis zum Alter von 18 Jahren hinauszuschieben. „Dann ist der Wunsch vielleicht vorbei.“ Wer aber unbedingt ein Tattoo haben will, sollte ein paar Ratschläge beherzigen. „Ich würde aus mehreren Gründen etwas Kleines empfehlen an einer Stelle, die durch Kleidung bedeckt werden kann“, sagt die Hautärztin.

Ihre Argumente: Als Reaktion auf die Fremdkörper in der Haut können Granulome entstehen, das sind chronische Entzündungen. Ein kleines Tattoo kann man leichter los werden. Überdies zahlen Krankenkassen die Entfernung nicht, deshalb wird sie bei großflächigen Bildern kostspielig. Professionelle Tattoos lassen sich problemloser beseitigen als Laientätowierungen. In vielen Berufen wird der Körperschmuck nicht gern gesehen, gibt Dr. Seifarth zu bedenken.

Am besten lassen sich Schwarz und Blau entfernen, bei Grün wird es schwieriger und Rot ist problematisch. Wer sich tätowieren lassen will, sollte auf hygienische Standards achten und keine schwarze Farbe akzeptieren, die polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthält. Deutschland hat 2009 eine Tätowiermittel-Verordnung erlassen. Danach dürfen für Tattoos keine Stoffe verwendet werden, die nicht auch für Kosmetika zugelassen sind.

Sind Henna-Tattoos eine Alternative? Leider nein, betont Dr. Seifarth. Dabei wird die Farbe zwar nicht gestochen, sondern aufgemalt – und wäscht sich wieder aus. Da Henna aber hellbraun und kaum sichtbar ist, mischen es die Anbieter häufig mit einem in Kosmetika verbotenen Schwarz. „Es kommt oft zu schwersten Kontaktekzemen“, erlebt die Dermatologin. „Das flammt immer wieder auf.“ Manche Betroffene seien ein Leben lang allergisch gegen Druckerschwärze oder schwarze Fahrradgriffe.

Das Fotolia-Bild zeigt eine aufwendige Schulter-Tätowierung.

 

Von: Marion Koller









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