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Erkrankung der Nasennebenhöhlen: Operation hilft

Bei einer chronischen Erkrankung der Nasennebenhöhlen bringt meist nur die Operation eine dauerhafte Heilung. Mit minimal-invasiver Chirurgie läuft dieser Eingriff sehr schonend ab.

Eine behinderte Nasenatmung, die Einschränkung des Riechvermögens, Kopfschmerzen und ein wiederholter Sekretfluss aus der Nase sind typische Zeichen einer Erkrankung der Schleimhäute der Nase und Nasennebenhöhlen.

Wesentlichen Einfluss haben dabei anlagebedingte Verengungen der Nasenhaupthöhle durch eine Verkrümmung der Nasenscheidewand (Septumdeviation) und übergroße Nasenmuscheln (Muschelhyperplasie). Kommt es zusätzlich zu einem Infekt durch Bakterien, Viren oder allergische Reaktionen, ist die Nasenatmung komplett aufgehoben und eine Belüftung und Drainage der nachgeschalteten Nasennebenhöhlen, besonders der Kieferhöhlen, des Siebbeinzellsystems und der Stirnhöhle, nicht mehr gewährleistet.

Im Akutstadium kann der in den Nebenhöhlen gebildete Schleim nicht mehr abfließen, staut sich auf und es kommt zu starken Kopfschmerzen, besonders über den Kieferhöhlen, der Stirn oder den Augen. Kommt es jährlich wiederkehrend zu solchen Beschwerden, liegt in der Regel eine chronische Erkrankung des Nasennebenhöhlen-Systems vor, eine so genannte chronische Sinusitis.

In diesen Fällen führen abschwellende Nasentropfen, cortisonhaltige Sprays, schleimlösende Medikamente und Antibiotika nur zu einer kurzfristigen und vorübergehenden Besserung. Eine dauerhafte Ausheilung ist in diesen Stadien nur durch operative Maßnahmen erreichbar.

Eine besonders gründliche Diagnostik und Therapie ist bei Patienten mit Inhalationsallergien (Heuschnupfen, Hausstauballergie, u. a.) erforderlich. Aufgrund immunologischer Veränderungen in den Schleimhäuten kommt es bei Allergikern sehr häufig zur Bildung von Nasenpolypen.

Dabei handelt es sich um eigentlich harmlose Schleimhautwucherungern, die durch lokal angewandte cortisonhaltige Sprays zurückgedrängt werden können. Nehmen diese Polypen aber überhand, ist eine Operation des Nasennebenhöhlensystems erforderlich.

Gleichzeitig muss ein allergisches Asthma ausgeschlossen werden. In solchen Fällen können zusätzlich moderne antientzündliche Medikamente, so genannte Leukotrienantagonisten, gegen eine allzu rasche neuerliche Bildung von Nasenpolypen eingesetzt werden.

Über den Heilungserfolg, die Art und Weise der operativen Behandlung und der anschließenden Pflege durch den HNO-Arzt herrschen in der Bevölkerung immer noch sehr unterschiedliche Auffassungen. Während in früheren Jahren radikale Operationen mit unter Umständen belastenden Behandlungen und bleibenden Folgen durchgeführt wurden, wird heute entsprechend der aktuellen wissenschaftlichen Lehrmeinung ein schonendes operatives Konzept favorisiert, die so genannte minimal-invasive funktionelle Nebenhöhlenchirurgie.

Diese beinhaltet in erster Linie eine dauerhafte Herstellung der Belüftungs- und Abflusswege bei maximalem Schleimhauterhalt. Diese schonende Nasennebenhöhlen-Operation wird unter Verwendung von Endoskop und Mikroskop durchgeführt, da hierbei feinste krankhafte Veränderungen gezielt entfernt werden können, ohne großflächige Wunden zu setzen.

Der anschließenden intensiven Nasenpflege durch den HNO-Chirurgen kommt eine zusätzliche entscheidende Bedeutung zu. Nur der Operateur ist in der Lage, aufgrund intraoperativ gewonnener Erkenntnisse eine individuelle und damit optimierte Nachbehandlung durchzuführen. Die Operation und anschließende intensive Schleimhautpflege in der Praxis sollten im günstigsten Falle also in einer Hand bleiben.

Erst das Zusammenwirken einer professionellen Operation und Nachbehandlung gewährleistet einen dauerhaften therapeutischen Erfolg. Bei korrekter Therapie können die Patienten frei durch die Nase atmen, erhalten das Riechvermögen zurück und werden von quälenden Kopfschmerzen befreit.

Von: Prof. Dr. Jürgen Ußmüller







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