Ein gesunder Lebensstil und Vorsorge wappnen gegen Krebs

Bis zu 30 Prozent der Krebserkrankungen könnten durch einen gesunden Lebensstil und Vorsorge vermieden werden. Davon ist der Tumorspezialist Professor Dr. Ernst-Dietrich Kreuser überzeugt. Sinnvoll und unumstritten sind vor allem die Brust-, Haut- und Darmkrebsprävention.

„Ich versuche die Patienten zu überzeugen, dass es sich rentiert, gesund zu leben und die Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen“, sagt Dr. Kreuser, 15 Jahre lang Chefarzt im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und heute niedergelassener Onkologe in Regensburg. Durch konsequente Vorbeugung könnten seiner Meinung nach 20 bis 30 Prozent der 400 000 Krebserkrankungen pro Jahr in Deutschland vermieden werden.

Zur Prävention zählen regelmäßiger Sport (zwei oder drei Mal in der Woche, am besten jeweils eine Stunde), ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Nikotinverzicht und Schutz vor Sonnenbrand. Regelmäßige Bewegung senkt auch das allgemeine Erkrankungsrisiko. „Leute, die Sport treiben, haben weniger Depressionen, verarbeiten Krankheiten besser und sind leistungsfähiger“, ist Facharzt Kreuser überzeugt.

Wenn jemand erkrankt, ist es wichtig, den Tumor früh zu erkennen. Vor allem Darm-, Haut- und Brustkrebs können bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen im Frühstadium entdeckt und sehr gut geheilt werden. Bei einer Darmspiegelung etwa werden Krebsvorstufen wie Polypen festgestellt und entfernt.

Durch interdisziplinäre Beandlungsstrategien mit Operation, Chemo- oder Antikörper-Therapie und Bestrahlung können gerade in Frühstadien heute viel mehr Patienten geheilt werden als früher. Umstritten sei dagegen der Sinn der Prostataprävention, räumt Professor Kreuser ein.

Die Krebsnachsorge müsse auf jede Tumorart individuell zugeschnitten sein. Wenn nach einem Darmtumor fünf Jahre kein Rückfall aufgetreten sei, gilt der Patient zu 95 Prozent als geheilt, beim Brustkrebs dagegen dauert die Nachsorge ein Leben lang. Die Nachsorge hilft, Rückfälle möglichst schnell zu erkennen.

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm in Deutschland, also das, was die  Krankenkassen übernehmen, ist umfangreich.

Frauen: ab 20 Jahren, inneres und äußeres Genitale, Anamnese: gynäkologische Blutungen, zum Beispiel zwischen den normalen Regeln; körperliche Untersuchung, Papanicolau-Abstrich. Ab 30 Jahren, Brust, Tastuntersuchung, Anleitung zur Selbstuntersuchung, Risikogruppen zur Mammmografie; Haut, Anamnese: Hautveränderungen; körperliche Untersuchung. Ab 45 Jahren, Darm, Anamnese: Blut oder Schleim im Stuhl; Test auf okkultes Blut im Stuhl. 50 bis 69 Jahre, Brust, zweijährliches, organisiertes Mammografie-Screening. Ab 55 Jahren, Darm, einmalige, vollständige Darmspiegelung mit Zweituntersuchung zehn Jahre später.

Männer: ab 45 Jahren, Anamnese: Blutungen, Hautveränderungen, Blut oder Schleim im Stuhl; äußeres Genitale, körperliche Untersuchung; Prostata, digitale rektale Untersuchung; Haut, körperliche Untersuchung; Darm, Test auf okkultes Blut im Stuhl; ab 55 Jahren, Darm, einmalige, vollständige Darmspiegelung mit Zweituntersuchung zehn Jahre später.

Foto: Mammografie, Fotolia

Von: Marion Koller









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