Der systematische Weg zum schmerzfreien Rücken

Wirbelsäulenschmerzen zählen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt und sind auch in unserer hoch technisierten und erforschten Welt nicht rückläufig, sondern eher auf dem Vormarsch. Fast jeder ist betroffen.

Schätzungsweise jeder dritte ist chronifiziert, das heißt, er wird seinen Schmerz nicht wieder los. Diese Zahlen erfreuen uns als Wirbelsäulentherapeuten keineswegs, zeigen sie doch, dass die Behandlung schwierig und oft auch vergeblich ist.

Die Ursachen liegen in der Komplexität der Wirbelsäule, in Aufbau und Funktion und in der Vielfalt der Einzelerkrankungen, die eine Wirbelsäule heimsuchen können.
Wer sich mit Wirbelsäulenpatienten beschäftigt, merkt bald, dass es ohne ein bestimmtes Konzept nicht geht. Unumgängliche Voraussetzung für eine Therapie jeglicher Art ist die möglichst genaue Untersuchung und Erhebung der Krankheitsdaten, gegebenenfalls weiterführende Diagnostik und Bild gebende Verfahren.

Oft wird hier schon deutlich, dass wir die Zusammenarbeit mehrerer Kollegen brauchen, um dem Patienten gerecht zu werden. Der Hausarzt, der seine Patienten besser kennt als alle anderen, wird in der Regel die Weichen stellen, wird rechtzeitig beraten und eingreifen und auch rechtzeitig abgeben: zum Beispiel an den Orthopäden, den Neurologen, den Radiologen, den Neurochirurgen, den Schmerztherapeuten, den Reha-Mediziner oder auch an den Internisten oder Onkologen.

In der sinnvollen Ergänzung der Kollegen kann sich ein funktionierendes Ärztenetz, wie wir es in Regensburg haben, zum Wohl des Patienten voll entfalten. Ich selbst sehe mich als Orthopäde sowohl in der Rolle des spezialisierten Therapeuten, als auch, je nach dem, in der Rolle des Verteilers und Weitervermittlers.

Geht es in der Akutphase einer Wirbelsäulenerkrankung zunächst um das rasche Handeln und Erkennen oder Ausschließen von ernsthaften, lebensbedrohlichen Zuständen, so muss man sich in der Spätphase und in der Phase der Chronifizierung eher um eine differenzierte, an den individuellen Schmerzquellen orientierte Therapie kümmern.

Bei der Komplexität der Leidensursachen kommen wir aber nicht um eine ganzheitliche Betrachtung unseres Patienten und seines Umfeldes herum. Es geht im Wesentlichen darum
- Risikofaktoren zu vermindern
- Physische und psychosoziale Gesundheitsressourcen zu stärken
- Beweglichkeit und Bewegungsverhältnisse zu verbessern
- Den Aufbau körperlicher Aktivität und die Bindung an gesundheitssportliche Aktivitäten zu fördern.

Chronisch schmerzkranke Menschen schließlich haben den Anspruch auf einen multimodalen Therapieansatz.

In unserer orthopädischen Gemeinschaftspraxis in Neutraubling bemühen wir uns seit Jahren neben unserer operativen Therapie an Armen und Beinen auch beständig um die Fortentwicklung und Modernisierung der Wirbelsäulenbehandlung. Konservative, also nicht operative Verfahren stehen dabei im Vordergrund.

Die Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, speziellen Schmerztherapeuten, Reha-Medizinern, Neurochirurgen ist dabei essentiell. Wir können die Krankenhäuser in unserer Nähe mit einbinden und sind in der glücklichen Lage, auch Patienten stationär als Belegärzte selbst weiter zu behandeln.

In der Schmerztherapie der Wirbelsäule haben sich neben den konservativen auch bestimmte operative minimal-invasive Verfahren bewährt, die größten Teils ambulant, aber auch während eines kurzen stationären Aufenthalts, durchgeführt werden können. Zu nennen wären hier die Bandscheiben Operation mit dem IDET Verfahren (= Intra Discale Elektrothermale Therapie) und die Facettendenervierung.

Eine gemeinsame Sprechstunde von Orthopäden zusammen mit Neurochirurgen ist geplant. Ziel ist der schmerzfreie Rücken. Wir sind überzeugt, mit unserem Konzept in Zusammenarbeit mit dem Ärztenetz diesem Ziel jeden Tag ein Stück näher zu kommen. Foto: DAK

Von: Dr. Fortun Kretzer









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