Neues in der Therapie der Erektilen Dysfunktion

Die Erektionsstörung ,die sog. Erektile Dysfunktion, beschreibt ein chronisches Krankheitsbild von mindestens 6-monatiger Dauer, bei dem mindestens 70 % der Versuche, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, erfolglos sind.

Das Auftreten der Erektionsstörung zeigt mit zunehmendem Alter einen Anstieg, wobei bis zum 40. Lebensjahr nur etwa jeder hundertste Mann betroffen ist, bei den 65- bis 75-Jährigen hingegen etwa 40 % der Männer.
Ursächlich werden kommen überwiegend organische Faktoren in Betracht.

Die wichtigsten Ursachen sind:
# Erkrankungen der Blutgefäße: 33 %
# Diabetes mellitus: 25 %
# Radikale Tumoroperation im Becken: 10 %
# Verletzungen und Erkrankungen des Rückenmarks:11 %
# Medikamenteneinnahme: 8 %
# Hormonelle Störungen: 6 %
# Drogenmissbrauch: 7 %
Als Risikofaktoren für eine Erektionsstörung gelten chronischer Nikotinabusus , Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, und chronisches Nierenversagen.

Es sollte daher bei jedem Patienten mit einer Erektilen Dysfunktion vor Einleitung einer spezifischen Therapie eine Basisabklärung der Ursachen erfolgen.
Ziel der Diagnostik ist eine individuell adaptierte Therapiezuordnung.

Die therapeutischen Möglichkeiten haben sich aufgrund neuer medikamentöser Substanzen erheblich verbessert.

Bei Patienten mit rein oder überwiegend psychogener Ursache sollte von einem Psychiater oder Psychologen eine entsprechende Therapie eingeleitet bzw. überwacht werden.
Bei Versagens- oder Erwartungsangst kann ein Therapieversuch mit Yohimbin (oral 3 mal 10 mg über mind. 6 Wochen durchgeführt werden. Yohimbin ist die älteste Substanz , die zur Verfügung steht, sie wurde aus der Rinde eines in Zentralafrika beheimateten Baumes gewonnen. Bei Männern mit überwiegend psychogener Ursache wurde mit dieser Substanz zufriedenstellende Ergebnisse erzielt.
Sildenafil (Viagra®) ist eine oral applizierbare Substanz, die in der glatten Schwellkörpermuskulatur wirkt. Die Erfolgsraten liegen zwischen 30 – 70 % , abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung. Allerdings muss auf die Gegenanzeigen von Viagra hingewiesen werden. Hierzu zählen schwere Herzerkrankungen sowie die medikamentöse Einnahme von Nitraten. Eine weitere Gegenanzeige ist eine Augenerkrankung, die sog. Retinitis pigmentosa.

Apomorphin ( Uprima®,Icense®) eine neue Substanz, entfaltet seine Wirkung zentral, d.h. direkt an bestimmten Rezeptoren im Gehirn . Im Gegensatz zu Sildenafil ist die Einnahme auch bei gleichzeitiger Einnahme von Herz-Kreislaufmedikamenten möglich.

Bei der sog. Schwellkörperinjektionstherapie wird der Schwellkörper vom Patienten nach Anleitung punktiert und die Substanz ( Alprostadil) appliziert.
Die Ansprechraten sind mit bis zu 90 % sehr hoch . Der Vorteil dieser Methode liegt im Ansprechen bei Erkrankungen, bei denen orale Medikamente zur Behandlung der Erektilen Dysfunktion nur gering wirken. ( z.B. nach radikalen Operationen im Becken, Diabetes mellitus)

Die Anwendung von Vacuumerektionshilfen ist wenig aufwendig und nur selten von lokalen Nebenwirkungen ( Bluterguss, Schmerzen) begleitet. Apparative Verbesserungen der jüngsten Zeit haben zu einer deutlich höheren Akzeptanz dieser Behandlungsform geführt. Bis zu 25 % des Gesamtkollektivs erscheinen für diese Therapieform geeignet.

Von: Dr. Dieter Popp









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