Netzwerk engagiert sich gegen Antibiotikaresistenzen

Antibiotika Resistenzen Nachhaltig Abwehren - hierfür steht das Akronym ARena, ein Projekt des Regensburger Ärztenetz e.V. das wir zusammen mit der AOK Bayern und 12 weiteren Netzen umsetzen. Gefördert wird das Projekt vom Innovationsfond der Bundesregierung.

 

Unsachgemäße Einnahme von Antibiotika und die zunehmende Antibiotikaresistenz stellen das Gesundheitswesen weltweit, aber auch in Deutschland, vor ernstzunehmende Herausforderungen. Hierzu startet im Regensburger Ärztenetz in diesem Jahr ein neues Projekt, das sich dieser Problematik annehmen wird.

Das Regensburger Ärztenetz beteiligt sich an ARENA (Antibiotika-Resistenz-Entwicklung nachhaltig abwenden), ein Programm, das über den neu geschaffenen Innovationsfonds des Bundesgesundheitsministeriums gefördert wird.

„Antibiotika werden auch bei relativ harmlosen Virusinfektionen vielfach verschrieben und eingenommen, womit letztlich Resistenzen gefördert werden. Das Ziel des jetzt aufgelegten Projekts besteht im Wesentlichen darin, den Einsatz von Antibiotika auf ein sinnvolles Maß zurückzufahren und ein Problembewusstsein bei Ärzten, Patienten und in der Öffentlichkeit zu schaffen“, erklärt Dr. Thomas Koch, Geschäftsführer und Arzt.

Dazu werden im Projekt ARENA Patienten informiert und Kampagnen durchgeführt, bei denen zu bestimmten Diagnosen häufiger Infekte der Atemwege und der Harnwege, die Verschreibung von Antibiotika kritisch hinterfragt wird. Oftmals ist bei den genannten Diagnosen kein Antibiotikum notwendig. Ärzte und Praxisteam informieren dabei über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit eines Einsatzes von Antibiotika. ARENA wird auf freiwilliger Basis zunächst nur bei den im Regensburger Ärztenetz eingeschriebenen Patienten der AOK Bayern durchgeführt.

Im Rahmen des ARENA-Projektes erhalten sowohl die Ärzte dess Regensburger Ärztenetzes als auch das Praxispersonal ein speziell zugeschnittenes Informations- und Kommunikationstraining. Parallel dazu finden datengestützte Qualitätszirkel mit den beteiligten Netzärzten, mit medizinischen Fachangestellten sowie sektorenübergreifend auch in Zusammenarbeit mit anderen Leistungserbringern (wie beispielsweise Krankenhäusern, Pflegeheimen, -diensten und Apotheken) statt.

„Antibiotika gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin, jedoch verlieren sie zusehends ihre Wirkung. Wir erwarten, dass die Ergebnisse aus dem Projekt einen starken Impuls für einen vernünftigen Umgang mit Antibiotika setzen werden und sich die Patientenversorgung dadurch langfristig spürbar verbessern kann“, so Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer des AQUA-Instituts, das das Projekt federführend umsetzt. Weitere Projektpartner sind die AOK Bayern, die AOK Rheinland-Hamburg, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), die Agentur deutscher Arztnetze und der AOK Bundesverband.

An ARENA nehmen insgesamt 14 Praxisnetze aus Bayern und Nordrhein-Westfalen mit insgesamt rund 74.000 eingeschriebenen AOK-Versicherten teil. Die Ergebnisse aus allen Praxisnetzen werden geeigneten Vergleichsgruppen von AOK-Versicherten gegenübergestellt und ausgewertet. Das Projekt läuft bis Ende 2019.

 

Alle Versicherten der AOK Bayern, die in unserem Versorgungsvertrag teilnehmen, profitieren unmittelbar bei unseren Netzhausärzten.

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